Lippstädter Tageszeitung "Der Patriot" vom 26.06.2017:

Im SkF-Haus KLusetor wird seit 20 Jahren Hilfe in schwierigen Lebenssituationen geboten

 


Als schönen, sehr anschaulichen Vergleich mit den Schwierigkeiten im Straßenverkehr stellte Dr. Marlies Wigge in ihrer kleinen Ansprache das Leben von Frauen vor, die im Haus Klusetor Hilfe gefunden haben. Seit 20 Jahren wird es vom Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) betrieben und hat in dieser Zeit 214 Frauen in einer schwierigen Lebenssituation Heim und Zuflucht geboten. „20 Jahre ehrenamtliches Engagement von Frauen für Frauen – das muss gefeiert werden“, beschloss SkF-Geschäftsführerin Ute Stockhausen.

Beim Tag der offenen Tür trafen sich am gestrigen Sonntag zahlreiche Besucher, Bewohnerinnen und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen zum Feiern. „Manchmal erhalten wir von Frauen, die erneut die Autobahn genutzt haben, sich wieder dorthin getraut haben, eine Postkarte vom Zielort, versehen mit vielen Grüßen und den Worten: Hier ist es schön, alles ist gut.“ Sie sind gut angekommen und können allein weiterfahren, immer schön blinken, Seiten- und Rückspiegel, sie wissen schon…“, blieb Hausleiterin Wigge bei ihrem Vergleich und beendete den Vortrag mit einem positiven Resümee.

Die stellvertretende Bürgermeisterin Helga de Horn betonte, dass der SkF ein unentbehrlicher Partner in der Jugend- und Sozialpolitik und das Wohnhaus Klusetor ein wichtiger Baustein der sozialen Angebote in Lippstadt seien. Sie lobte: „Die Frauen werden bei ihrem Auszug etwas ganz Entscheidendes mitnehmen. Nämlich ein neues Selbstwertgefühl und eine ganz neue Lebensperspektive.“ Doch ebenso wie die Ehrenamtlichen betonte de Horn, dass es eher einen Grund zum Jubeln gäbe, wenn das Wohnhaus Klusetor gar nicht mehr benötigt würde. Die Zahlen der Belegung zeigten allerdings, dass diese Einrichtung nach wie vor unverzichtbar ist.

Nadine Mersch, Leiterin vom SkF-Gesamtverein, war gestern auch zu Gast. Sie erinnerte an das Bibelzitat „Fürchte dich nicht!“ und leitete damit zum Anliegen des SkF über, nämlich Furcht und Angst abzubauen und Mut für das Leben zu machen. Der Zeitraum, in dem die Frauen im Haus leben, liegt zwischen einigen Monaten und einem Jahr. „In dieser Zeit können wir den Frauen Mut machen, in Gesprächen Platz für Reflexionen bieten und manchmal auch einen kleinen Schubs in die richtige Richtung geben“, sagt Marlies Wigge.  n  hewi