SkF Lippstadt
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Qualifizierung 2019

Lippstädter Tageszeitung "Der Patriot" vom 26.02.2019:

 Serie 100 Jahre SkF: Rat und Hilfe, Ehrenamt, Prozessbegleitungen – Anne Großer kümmert sich
VON CAROLIN CEGELSKI

 

Lippstadt – „Der Bereich Rat und Hilfe ist die Ur-Aufgabe des Sozialdienstes katholischer Frauen“, sagt Anne Großer. Die Sozialpädagogin ist beim SkF in Lippstadt Ansprechpartnerin, wenn Menschen Sorgen und Nöte haben, Rat und Hilfe benötigen.

151 Menschen haben das Angebot 2018 genutzt. „Es ist eine allgemeine Sozialberatung, die jeder in Anspruch nehmen kann – unabhängig vom Geschlecht, Alter, der Konfession“, sagt Großer. Die 40-Jährige hört zu, wenn Menschen sich in einer Lebenskrise befinden.

Oftmals sind es finanzielle Sorgen, die die Menschen in die Beratungsstelle führen: die Waschmaschine ist kaputt, aber es ist kein Geld für eine neue da, der Strom soll abgestellt werden oder es ist nicht mehr genügend Geld im Portemonnaie, um den Kühlschrank mit Lebensmitteln zu füllen. Manchmal geht es um die Kindererziehung, manchmal sitzen Jugendliche im Büro von Anne Großer, die nicht mehr zu Hause leben möchten. In vielen Fällen geht es um psychische Erkrankungen: „Das Thema hat zugenommen.“ Die Sozialpädagogin ist aber auch Ansprechpartnerin bei Beziehungsfragen: „Zum Beispiel wenn Frauen, die den Gedanken haben, sich zu trennen, Fragen zu ihren Rechten haben. Ich biete keine Rechtsberatung an, aber ich kann Ansprechpartner vermitteln“, erklärt Großer.

Die Themen, die Anne Großer bespricht, sind so vielfältig wie die Menschen, die sich in einer Ausnahmesituation befinden, und das Leben. „Wir gucken gemeinsam, wie es weitergehen kann. Ich versuche zu vermitteln, gucke, an welche Fachstellen sich die Klienten wenden können und verstehe mich als Türöffner.“ Dafür kann die 40-Jährige auf ein gutes Netzwerk zurückgreifen.

Nach einem anfänglichen „Es ist mir so peinlich ...“ seien die meisten ihrer Klienten froh, wenn sie sich ihre Probleme in der Anonymität der Beratungsstelle einmal von der Seele geredet haben.

Die Sozialpädagogin hat viel zu tun: „Ein Sommerloch gibt es nicht mehr“, schildert Großer. Vor Weihnachten und am Anfang des Jahres sei ihre Unterstützung aber besonders gefragt. Mitte Februar hat sie bereits die Zahl 40 in die Klientenstatistik eingetragen. „Im Moment ist einiges zu tun.“

Dabei kümmert sich Anne Großer nicht nur um das Gebiet Rat und Hilfe. Sie koordiniert auch die Ehrenamtlichen, die für den SkF im Einsatz sind, und ist ausgebildete psychosoziale Prozessbegleiterin. Seit rund zwei Jahren begleitet sie Opfer von Gewalt- oder Sexualstraftaten vor, während und nach des Prozesses. Dafür wird sie vom Gericht oder der Polizei beauftragt. „Opfer haben seit 2017 Anspruch auf die Begleitung“, sagt Großer. Bisher betreut sie als Prozessbegleiterin drei Klienten. „Das Angebot läuft langsam an“, zieht sie eine erste Bilanz.

Neben der Verarbeitung der Tat, müssen Opfer möglicherweise auch einen Strafprozess durchstehen – der zum Beispiel Monate dauern kann. Ein Urteil braucht Zeit, der Anwalt steht nicht rund um die Uhr für Fragen zur Verfügung. „Das Warten macht die Menschen mürbe“, sagt Großer. „Oft sind sie ziemlich auf sich selbst gestellt. Und die Verarbeitung kann erst richtig beginnen, wenn unter das Formale ein Schlussstrich gezogen wurde. Ich helfe ihnen dabei, durchzuhalten.“

Deshalb hilft Großer den Opfern als Prozessbegleiterin dabei, sich darauf vorzubereiten, sie steht ihnen unterstützend zur Seite, hilft bei verschiedensten Fragen weiter und begleitet ihre Schützlinge auch zum Prozesstermin in den Gerichtssaal. „Über die Tat sprechen, darf ich mit ihnen aber nicht.“ Aber das sei auch gut so: „Es tut den Klienten gut, mal nicht darüber sprechen zu müssen.“

Jubiläumsjahr

„Da sein, leben, helfen“ lautet das Motto des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) in Lippstadt. 2019 feiert der Verein das hundertjährige Bestehen. Rat und Hilfe, Schwangerschaftsberatung, Vormund- und Pflegschaften, der Pflegekinderdienst, Angebote der Kindertagespflege, das Wohnhaus Klusetor für Frauen in schwierigen Lebenssituationen, Familienbegleiter (LiFaBi), Ersatz-Großeltern (LiSeKind), die Bewohnerzentren Am Rüsing und an der Juchaczstraße, das Cap 27 – das Angebot des SkF ist breit gefächert. Wir stellen die Bereiche zum Jubiläum vor.